Treffen der IKT-Dozenten

Der Interkulturelle Treff (IKT) engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Flüchtlingsarbeit. Vornehmlich in der Vermittlung der deutschen Sprache. Während die Kinder der Geflüchteten an den Schulen verhältnismäßig zügig die deutsche Sprache lernen, haben deren Eltern doch erhebliche Schwierigkeiten die neue Sprache zu erlernen. Für sie hat der IKT bisher ein niederschwelliges Sprachlerngebot gemacht, das auch gern in Anspruch genommen wurde und zum Teil noch wird. Erfreulich kann man feststellen, dass immer mehr Zugewanderte in den Genuss staatlich organisierter Deutschkurse kommen, nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern auch in der Wedemark. So haben aufgrund geringer werdender Teilnehmerzahlen Ehrenamtliche in Resse und Brelingen ihre Deutschkurse schon eingestellt. Die Kurse  in Bissendorf und Mellendorf verzeichnen auch schon einen abnehmenden Zuspruch. „Dies ist ja durchaus eine erfreuliche Entwicklung. Wir Ehrenamtliche der ersten Stunde haben einen bedeutenden Beitrag im Rahmen der Willkommenskultur geleistet. Jedoch wird unser Engagement wohl in eine andere Richtung gehen müssen“, meint Almuth Blanck, 

IKT Bissendorf, anlässlich eines Treffens der aktiven IKT-Dozenten. Verstärkt bitten Kursteilnehmer der Zertifikatskurse, so Blanck, um zusätzliche ehrenamtliche Unterstützung. Dies kann Wolfgang Meyer nur bestätigen. „Für viele Flüchtlinge liegt die Schulzeit schon weit zurück. Jetzt drücken sie wieder die Schulbank und haben Lernprobleme. Offensichtlich ist das Lerntempo dieser Deutschkurse sehr zügig, und das Üben kommt zu kurz. Diese Menschen brauchen Hilfe, damit sie ihre Prüfungen bestehen. Ohne bestandene Prüfungen sind ihre Bemühungen um einen Arbeitsplatz äußerst schwierig.“ So betreuen einige IKT´ler sehr individuell in den späten Nachmittags- und Abendstunden erwachsene Schüler bei den Hausaufgaben. Dazu kommt ein weiteres Tätigkeitsfeld: Zu beobachten sind Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten besonders bei heranwachsenden männlichen Schülern. Sie benötigen trotz umfänglicher Hilfestellung in der Schule Unterstützung bei den Hausaufgaben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in einer individuellen und einfühlsamen Hausaufgabenhilfe so mancher Schüler „auftaut“ und wieder Freude am Lernen hat. Auf diesem Feld werden Ehrenamtliche verstärkt tätig werden können. Die Bissendorfer IKT`ler können hier erste gute Erfolge aufweisen. Knapp zwanzig ausländische Mädels und Jungen werden von ihnen betreut. Jeden Montag von 16 bis 18 Uhr in der Pfarrscheune der evangelischen Kirche Bissendorf. Die Mischung aus fröhlicher Teerunde und konzentrierter Arbeit am schulischen Lernstoff trifft auf großen Zuspruch. Das Sahnehäubchen sind dann gemeinsame Unternehmungen, wie Besuche von Ausstellungen und Museen. 

Der IKT wird zusammen mit dem Vorstand von Miteinander.Wedemark versuchen, sich um Erwachsenenbetreuung und Schüler-Hausaufgabenhilfe in Zusammenarbeit mit den Schulen zu kümmern. Die Integration der Zugewanderten ist und bleibt eine große gesellschaftliche Aufgabe. An ihr müssen Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam arbeiten.

Ernst Pobloth