Herbstblätter statt Arbeitsblätter

Eigentlich hätten sie ja „schulfrei“ gehabt – die Schüler und Schülerinnen des IKT Mellendorf. Anstatt sich mit den Arbeitsblättern ihres Deutschunterrichts rumzuschlagen, harkten sie eifrig die Herbstblätter um die katholische Kirche Sankt Marien zusammen. Denn hier, im Gemeindehaus, haben sie montags- und donnerstagsmorgens eine „Schule“ gefunden, wo sie von Barbara, Gaby, Martin und Ernst durch die Tücken und Klippen der deutschen Sprache geführt werden.

„Heute wollen wir kräftig dabei mithelfen, das Kirchengelände fit für den Winter zu machen. Die Kirchengemeinde stellt uns ihre Räumlichkeiten für den Unterricht zur Verfügung und dafür sagen wir jetzt danke.“ Barbara Fritsch-Pöhler schaute stolz  auf  das halbe Dutzend der IKT-Schützlinge, die im kalten Wind, der um die Kirche pfiff, richtig ins Schwitzen kamen. „Bis um zwölf müssen wir alles auf die Deponie gefahren haben, danach machen die zu. Also, ran Leute!“ Der Hausmeister , Chef der Aktion, war doch froh, dass die IKT-Truppe dabei war. Konnte er doch schon um elf Uhr zum zweiten Frühstück rufen. „Im letzten Jahr hat das viel länger gedauert.“

Auch Thomas Schenk, Gemeindereferent, war sehr erfreut über das Engagement der neuen Wedemark-Bürger, die „seine“ Kirche wieder schmuck aussehen ließen. „Na dann. Greift zu und lasst es euch schmecken.“ Herzhaftes war angerichtet, und man ließ sich nicht zweimal bitten. Der Hunger war groß. So auch die Freude der zugewanderten Frauen und Männer, die mit den Gemeindemitgliedern von Sankt Marien zusammen „angepackt“ haben.

Ernst Pobloth